Startklar

STARTKLAR! Mit Praxis fit für die Ausbildung in Nordrhein-Westfalen -
ein Projekt des Zentrums für Ausbildung und berufliche Qualifikation Oberhausen e.V. (ZAQ) und der Trivium gemeinnützige GmbH


Zielsetzung

In Nordrhein-Westfalen sollen alle Jugendliche die Chance auf eine qualifizierte Ausbildung haben – unabhängig von sozialer Herkunft und Schulform. Durch STARTKLAR! Mit Praxis fit für die Ausbildung - einer systematischen individuellen Berufsorientierung - erhalten die Schüler/innen gezielte Unterstützung bei ihrem Übergang in den Beruf, um rechtzeitig ihre Kompetenzen zu erkennen, diese bei Bedarf zu verbessern und stimmige Berufswahlentscheidungen zu treffen.

Zielgruppe

Dieses Angebot wurde für Schüler/innen der Jahrgänge 8 bis 10 konzipiert. Beim Zentrum für Ausbildung und berufliche Qualifikation Oberhausen e.V. nehmen insgesamt 11 Förder-, Haupt und Gesamtschulen aus Oberhausen und Mülheim-Ruhr daran teil:

  • Fröbelschule
  • Herderschule
  • Stötznerschule
  • Städtische Gemeinschaftshauptschule an der Bruchstraße
  • Städtische Gemeinschaftshauptschule Albert-Schweitzer-Schule
  • Städtische Gemeinschaftshauptschule Alstaden
  • Städtische Gemeinschaftshauptschule Eisenheim
  • Schule am Hexbachtal
  • Gesamtschule Alt-Oberhausen
  • Gesamtschule Weierheide
  • Willy-Brandt-Gesamtschule

Projektinhalte

Das Projekt besteht aus unterschiedlichen Phasen an denen die Schüler/innen von Jahrgang 8 bis 10 teilnehmen können.

PHASE I

Die komplette Jahrgangsstufe 8 der jeweiligen Schule nimmt an einer Potenzialanalyse (3-tägig) und an Werkstatttagen (10-tägig) teil.

Potenzialanalyse

Bei der Potenzialanalyse geht es nicht um die Prüfung von Kenntnissen oder Lernständen; der Blick richtet sich auf den Entwicklungsprozess. Die Jugendlichen können ihre entfaltbaren Potenziale für sich entdecken. Gleichzeitig erhalten die Erziehungsverantwortlichen Hinweise, wie sie die weitere Entwicklung unterstützend begleiten können.

Alle Testergebnisse werden in einer Ergebnisdokumentation schriftlich fixiert und den Schülern/innen, Erziehungsberechtigten und Lehrkräften zur Verfügung gestellt.

Nachfolgende Instrumente werden zur Potenzialermittlung angewandt:

  • hamet2, Modul1: Eine handlungsorientierte Kompetenzfeststellung zur Ermittlung beruflicher Basiskompetenzen.
  • hamet2, Modul 3: Erfassung von berufsbezogenen sozialen Kompetenzen
  • ICOVET: Biografisches Interview zur Ermittlung informell erworbener Kompetenzen.
  • Kompetenzbilanz: Ermittlung von Fähigkeiten und Fertigkeiten, Interessen, Neigungen und Zukunftswünschen.

In einem abschließenden Vier-Augen-Gespräch zwischen der Testleitung und dem / der Jugendlichen werden die Ergebnisse besprochen und ein Abgleich zwischen der Selbst- und Fremdeinschätzung vorgenommen. Dieses Gespräch dient der Sichtbarmachung von Ressourcen und Talenten des Schülers / der Schülerin und soll – durch eine Stärkung des Selbstbewusstseins - zur weiteren Kompetenzentwicklung motivieren.

Werkstatttage

Innerhalb der 10-tägigen Werkstatttage schnuppern die Jugendlichen in drei unterschiedliche Berufsfelder hinein, um – unabhängig von ihrem augenblicklichen Berufswunsch und einer geschlechtsspezifischen Orientierung – eine vielfältige Auswahl an potenziellen Berufswahlmöglichkeiten kennenzulernen. Sie lernen berufsspezifische Werkstoffe und Werkzeuge kennen, erhalten praktische Einweisungen und können ihre Kompetenzen im beruflichen Kontext erproben.

Berufsfeld Wirtschaft & Verwaltung

  • Formular- und Rechnungswesen
  • Korrespondenz
  • Geschäftliche Telefonate
  • Inventur
  • Werbung und Marketing
  • Zeitmanagement
  • Medien und Büro
  • Adressbearbeitung
  • Rechercheaufträge
  • Kommunikation

Berufsfeld Dienstleistung & Gesundheit

  • Floristik
  • Frisör
  • Garten- und Landschaftsbau
  • Hauswirtschaft
  • Küche
  • Verkauf
  • Gesundheits- und Altenpflege
  • Lager / Logistik

Berufsfeld Produktion & Fertigung

  • Metall
  • Anlagenmechanik
  • Elektro
  • Farb- und Raumgestaltung
  • Holz

Mit Hilfe eines integrierten Kompetenzfeststellungsverfahrens erfahren die Jugendlichen, welche Basiskompetenzen für einen erfolgreichen Eintritt ins Berufsleben notwendig sind und üben sich in diesen.

Alle Testergebnisse und Erkenntnisse werden schriftlich dokumentiert und den Schülern/innen und deren Erziehungsverantwortlichen zur Verfügung gestellt.

PHASE II

Schüler der Jahrgänge 9 und 10, die einen direkten Übergang in eine betriebliche Ausbildung anstreben und sich dabei weiterhin unterstützen lassen möchten, können sich um eine Teilnahme bewerben. Sie erklären sich dazu bereit, in ihrer Freizeit (nachmittags und an Wochenenden) je Schulhalbjahr 40 Stunden lang an diesen praxisbezogenen Angeboten teilzunehmen.

Dabei können sie aus unterschiedlichen Bausteinen auswählen:

Praxisbausteine:

  • Bau: Einrichtung einer freistehenden Mauer
  • Garten und Landschaftsbau: Pflasterflächen erstellen
  • Farb- und Raumgestaltung: Gestaltung einer Wand- und Deckenfläche nach fachgerechten Aspekten
  • Lager / Logistik: Bestandsaufnahme und Inventur im Lager durchführen
  • Altenpflege: Alte Menschen bei der wohn- und lebensraumbezogenen Alltagsbewältigung unterstützen
  • Küche: Planung und Herstellung eines ausgewogenen Frühstücks in Buffetform
  • Hauswirtschaft: Reinigen und Pflegen von Wäsche und Oberbekleidung
  • Frisör: Föhn- und Einlegefrisuren
  • Verkauf: Ware präsentieren und verkaufen
  • Floristik: Vorbereiten und Binden eines Blumenstraußes
  • Metall: Herstellung eines Brettspiels aus Metall
  • Elektro: Grundlagen der Elektrotechnik kennen lernen und in der Praxis anwenden
  • Holz: Bau einer Holzmarionette
  • Holz: Herstellung einer Stehlampe
  • Trockenbau: Schablonenbau für Gipsabdrücke
  • Trockenbau: Wandgestaltung mit Stuckornamenten
  • Anlagenmechanik: Erstellung einer haustypischen Rohrverteilung für die Trinkwasserversorgung
  • Büro: Einblicke in die kaufmännischen Tätigkeiten
  • Erziehung: Arbeiten mit Klein- und Kindergartenkindern

Sozialkompetenzbausteine

  • Situationsangepasste Kommunikation
  • (Ver)Handlungsstrategien: Wie erreiche ich mein Ziel?
  • Schriftliche Bewerbung / Eignungstests
  • (Bewerbungs)Gespräche trainieren – inkl. Videotraining

Fachkompetenzbausteine

  • Deutsch: Mündlicher und schriftlicher Sprachgebrauch im beruflichen Kontext
  • Mathematik: Flächen- und Umfangsberechnungen im beruflichen Kontext
  • Englisch: Vertiefung von Grundkenntnissen der englischen Kommunikation im Kontext verschiedener Geschäftsabläufe

Übergangsgestaltung

  • Reflexion des bisherigen Übergangs in den Beruf, Analyse der Ist-Situation, Planung der weiteren notwendigen Schritte (gezielte Qualifizierung, Betriebspraktikum, Bewerbungsbemühungen usw.), Entwicklung von Handlungsstrategien inkl. Zielvereinbarungen.

Laufzeit

Seit Oktober 2008 führen wir eine 10-tägige Berufsorientierung im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durch. Im Rahmen des STARTKLAR-Modellvorhabens NRW wurde diese ab Februar 2010 übernommen und erweitert. Die aktuelle Förderlaufzeit endet im Sommer 2014.

Finanzielle Förderung

Die finanzielle Förderung erfolgt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Land NRW mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds, das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW und die Bundesagentur für Arbeit.

Umsetzung

Umgesetzt wird das Angebot von der Stiftung Partner für Schule, der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. und dem Bundesinstitut für Berufsbildung, BIBB.

Ihre Ansprechpartnerin:

Barbara Raasch
(Projektleitung)

Standort:
Trivium gGmbH
Ottilienstr. 32
46049 Oberhausen

Tel.: 0208 - 620 53 - 12
Fax: 0208 - 620 53 - 13